Zeitschrift des Schweizerischen Burgenverein 7.Jahrgang 2002/04

Ausstellung Französische Donjons - Exposition Donjons français - Exhibition French Donjons - Tentoonstelling Franse donjons


Hrsg. von der Gesellschaft für internationale Burgenkunde e.V. Aachen Verlag Bernhard Siepen, Grindelweg 4, D-52076 Aachen 222 Seiten mit zahlreichen farbigen und s/w Abb.
ISBN 3-00-007776-6

Die Gesellschaft setzt sich zum Ziel, sich mit der internationalen Burgenkunde von der Zeit Karls des Grossen bis zum auslaufenden Mittelalter zu befassen und Ausstellungen für ein breites Laienpublikum mehrsprachig dokumentiert zu planen und zu fertigen. In diesen Ausstellungen spielen massstabsgetreue Modelle von Burgen und Menschen eine ebenso grosse Rolle wie Schautafeln. Der Anspruch der Mehrsprachigkeit, wie er in diesem Ausstellungsführer hervorragend realisiert wird, setzte voraus, Mitglieder im Ausland zu werben. Mit der Vielsprachigkeit beabsichtigt die GIB,  in   Kulturmetropolen    von

mindestens sieben europäischen Ländern, ferner in den USA und in Kanada auszustellen. Bis zu 20 Mitglieder wirkten unter der Leitung von Bernhard Siepen mit an der viersprachigen Wander- und Wechselausstellung Französische Donjons und ihrem authentischen Modell als Nachbau des Donjon von Coucy mit einem Ausschnitt der Vor- und Kernburg. Stadt, Burg und Donjon wurden am 27.3.1917 bei einer Frontverlegung von deutschen Truppen gesprengt.
Der durchwegs viersprachig publizierte Ausstellungsführer enthält alle Texte der insgesamt 50 Schautafeln. Auf 8 Einleitungstafeln wird in das Thema eingeführt. Bemerkenswert sind dabei die Glossare mit Zeichnun­gen (Burgenglossar und Architekturglossar), begleitet von historischen Übersichten wie «Machtverhältnisse in Frankreich vom 10. bis 15. Jh. », «Gegenseitige      Einflüsse     im

Burgenbau zwischen Frankreich, England und den Kreuzfahrerstaaten» und «Übersicht einer Auswahl von 118 Donjons». 6 Schautafeln beschäftigen sich mit dem Donjon von Coucy und führen hin zum Hauptstück der Ausstellung, dem Modell des Donjons im Zustand von 1223/25, also zur Zeit, als Enguerrand III de Coucy die Burg erbauen liess.
Es folgen 36 Schautafeln mit der jeweiligen Darstellung eines Donjons, angefangen von Aigues-Mortes (Dept. Gard) über Château-Gaillard (Dept. Eure) bis zu Loches (Dept. Indre-et Loire) und Vincennes (Dept. Val-de­Marne) - und dies jeweils viersprachig! Der vorliegende Katalog, vermittelt viel Wissen, sodass sich der Besuch der Ausstellung beinahe erübrigen würde, wäre da nicht das rund 3 m hohe Modell, dessen Gesamteindruck man nur bei einem Ausstellungsbesuch erhält.