Grenz-Echo vom 20. März 1998


So lebten einst die französischen Ritter

Über das Leben in den französischen Burgen des Mittelalters informiert bis zum 27. März eine Ausstellung in der Schalterhalle der Aachener Stadtsparkasse. Ausrichter ist die Gesellschaft für internationale Burgenkunde Aachen (GIB), die sich auf die Erforschung der Wohntürme, der Donjons, der Burgen in Frankreich spezialisiert hat. Im Maßstab 1:25 haben Mitarbeiter der GIB in tausenden Arbeitsstunden ein detailgetreues Ausschnittmodell des Donjons von Coucy gebaut, des mächtigsten aller französischen Wohntürme, der eine Höhe von 54 Metern und einen Durchmesser von 32 Metern hatte (Foto). Dieser Turm, errichtet in den Jahren 1225 bis 1245, der die Jahrhunderte fast unbeschadet überstanden hatte, wurde 1917 von deutschen Soldaten mit 28 Tonnen Dynamit die Luft gesprengt. Belebt wird die Anlage von 2500 handbemalten Figuren mit Szenarien des höfischen Lebens sowie mit Belagerungs- und Verteidigungsszenen. Fünfzig Schautafeln informieren zudem anhand von Fotos, Plänen und Texten über 30 wichtige Donjons.
                                                                                           (Foto: Helmut Thönnissen)