Bayerische Rundschau 12.September 2003

Wolkenkratzer des Mittelalters
Ab Sonntag Ausstellung "Französische Donjons" auf der Plassenburg zu bestaunen


KULMBACH
Von Anna Punke
7,5 Tonnen Modelle, Figuren, Schautafeln und Glas - dazu eine Menge Geduld - dazu handwerkliches Fingerspitzengefühl hat die Aache­ner Gesellschaft für Internationale Burgenkunde (GIB) mit auf die Plassenburg gebracht, um bis zur Vernissage am Sonntag das selbst angefertigte authentische Model des Wehrturms von Coucy aufzu­bauen. Oberbürgermeisterin Inge Aures und Wolfgang Klemenz erkundigten sich im Vorfeld über die Ausstellung "Französische Donjons", die ab 14. September auf der Burg zu sehen sein wird.
Wer das erste Mal die Räume der Ausstellung "Französische Donjons" (auf deutsch: Wehrtürme) in der Großen Hofstube betritt, wird beim Anblick des authentisch nachgebildeten Donjons der Burg von Coucy (Frankreich) aus dem Staunen nicht mehr herauskommen: im Maßstab 1:25 misst der Blickfang sechs auf

sechs Meter, und ist 2,40 Meter hoch.
OB Inge Aures und Wolfgang Klemenz waren bei einer Besichtigung am Mittwoch von dem Anblick begeistert, auch wenn erst ein Teil zu sehen war. 2500 handbemalte Preiser-Figuren zeigen Szenen mittelal­terlichen Lebens, die das Ende der Turmbelagerung im Jahre 1339 durch englische Truppen darstellen: eine Hofgesellschaft und Handwerker bei der Arbeit.
Das Modell des Wehrturms, der im 13. Jahrhundert einer der unbesiegbarsten Festung Frankreichs angehörte, wurde von der 1996 gegründe­ten GIB in mühsamer Recherchearbeit angefertigt l5 Jahre lang forsch­te der freischaffende Architekt und GIB-Vorstand, Bernhard Siepen, über 130 Donjons, maß sie aus und korrigierte Pläne.
Allgemein befasst sich die GIB mit Burgen von der Zeit Karl des Großen bis zum Ende des Mittelalters. Mit der Wander- und Wechselausstellung "Französische Donjons"

 reisten die 25 Mitglieder schon um die halbe Welt und machte sich im letzten Jahr in Washington einen Namen.
Über 500000 Besucher waren von der Ausstellung schon faszinierte. Dabei ist die GIB, wie Siepen betonte, bemüht, die Jugend mitwirken zu lassen. So haben zum Beispiel Schulklassen bei der Figuren-Anfertigung geholfen. "In vielen Führungen für Schulklassen haben wir immer wieder­ festgestellt, wie wichtig es ist, die Schüler rechtzeitig mit der Geschichte vertraut zu machen."
Klemenz fügte hinzu, dass die Ausstellung bereits auf dem Programm der Museumspädagogik stehe und die Schulen im Landkreis Coburg, Lichtenfels, Kronach, Bayreuth und natürlich Kulmbach bereits darauf aufmerksam gemacht wurden.
Die Ausstellung ist vom 14. September bis Ende Oktober von 9 bis 18 Uhr, von November bis 29. Februar 2004 von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Leiter des Unternehmens Stadt Kulmbach, Wolfgang Klemenz (links), und Oberbürgermeisterin Inge Aures waren: bei einer Besichtigung von dem authentischen Modell des Wehrturms von Coucy beeindruckt, der ab Sonntag auf der Plassenburg zu sehen sein wird. Mit im Bild rechts der Verantwortliche der Ausstellung Bernhard Siepen.
Foto: BR/ap

 

Das Ritter-Zeitalter: liebevoll nachgebaut ab Sonntag auf der Burg zu sehen.