Aachener Zeitung vom 28. Juni 2003

5000 Stunden Kleinarbeit lassen „Bazar von Aleppo“ aufleben
Gesellschaft für Internationale Burgenkunde bei „Ex oriente“


Aachen. Seit drei Jahren arbeitet die Gesellschaft für Internationale Burgenkunde (GIB) an der Ausstellung „Burgen und Bazare - Mittelalterliche Lebensformen in Vorderen Orient“. Anfang 2005 soll die Ausstellung der Öffentlichkeit zugängig sein. Doch einen Teil davon kann man schon während der großen Ausstellung „Ex oriente“ im Foyer des Verwaltungsgebäudes Katschhof bewundern: den „Bazar von Aleppo“. So nennt sich das vier mal vier Meter große Modell im Maßstab 1:25. Hunderte von Handel treibenden Menschen, farbige Tücher, Backwaren, Esel und Vögel stellen das  Alltagstreiben  auf  einem  Bazar des

12. und 13. Jahrhunderts nach. Dazu gehören Verkaufsgassen, eine Karawanserei und ein Bad („Hammam“). Rund 500 Figuren hat die GIB liebevoll handgefertigt, bemalt und bekleidet. Einzig das Bad stammt aus der Kreuzfahrerzeit - der Rest der Ausstellung ist spätosmanisch, weil die frühere Zeit wissenschaftlich nicht zu belegen sei. Insgesamt 5000 Stunden   Arbeit hat die GIB in den „Bazar von Aleppo“ investiert. Tatkräftige Unterstützung fanden die Burgenfreunde dabei von drei Praktikanten der Fachoberschule für Gestaltung und Technik: Eva Peinkofer (19), Carina Fröschen  (17) und Vladimir Dojan (18)

haben mit Feuereifer an der Sache mitgewirkt. Auch Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Burtscheid haben während einer Projektwoche Figuren entworfen, modelliert und bemalt. Wer glaubt, dass mit dem Ende der Ausstellung „Ex oriente“ am 28. September auch der „Bazar von Aleppo“ geschlossen wird, der irrt: „Dann geht die Arbeit für uns erst weiter. Wir wollen den Bazar um zwei weitere Modelle erweitern“, sagt Bernhard Siepen. Vorsitzender der GIB. (as)

Weitere Infos im Internet: www.burgenkunde.de

Haben Spaß an liebevoller Detailarbeit: Bernhard Siepen, Carina Fröschen, Eva Peinkofer und Vladimir Dojan am Modell des „Bazar von Aleppo“.   Foto: Alexander Stark