Aachener Nachrichten vom 29. Juni 2001

Burgenbauer basteln an neuem Projekt
Ritterburg "made in Aachen" kehrte heil aus den USA zurück - Heute geht's weiter nach Thüringen


Von Nachrichten-Redakteur Gerald Eimer

Aachen. Zum Verschnaufen bleibt den Aachener Burgenkundlern kaum Zeit: Soeben ist der monumentale Nachbau der französischen Ritterburg von Coucy aus den USA zurückgekehrt, schon zieht er weiter Richtung Thüringen. Das Interesse an dem Modell aus Aachen ist ungebrochen.

Wo immer die Burgenkundler mit ihrem Nachbau einer der mächtigsten Burgen Europas (im Maßstab 1 : 25) auftauchen, gibt es Lob in höchsten Tönen. Die Ausstellungsdirektorin des „National Geographic Society“ -Museums in Washington gab es sogar schriftlich: „Ihre Professionalität und Ihre Ausstellung ist gar nicht hoch genug zu loben.“

400.000 Besucher

Mehr als 40 000 Besucher wurden in den USA gezählt. Insgesamt hat das Modell der Ritterburg inzwischen gut und gerne 400 000 Besucher begeistert.
Die Gesellschaft für Internationale Burgenkunde Aachen (GIB) mit ihrem rührigen  Vorsitzenden   Bernhard Siepen

und seinem Stellvertreter Hans Altmann an der Spitze hat sich damit einen guten Ruf erworben. Siepen: „Gelobt werden immer wieder pädagogisches Konzept; Wissenschaftlichkeit, Anschaulichkeit und die kindergerechten Erklärungen." Auch die Fachpresse ist inzwischen dahinter gekommen: Die Zeitschrift „National Geographic“ will dem Werk in der deutschen Septemberausgabe einen großen Bericht widmen.
Mindestens bis 2005 soll die Ausstellung, die 1998 erstmals in Aachen gezeigt wurde, noch durch sieben europäische Länder reisen: Am heutigen Freitag reist sie zunächst nach Runneburg in Weißensee, Thüringen, wo sie ab nächster Woche zu sehen ist. Erst im Frühjahr 2002 kommt sie wieder zurück ins Rheinland: Von April bis Juni ins Schloss Rheydt.

Zeit der Kreuzzüge

Der große Erfolg lässt die Aachener Burgenfreunde nicht ruhen. Sie widmen sich bereits einem neuen Thema: Den „Burgen aus der Zeit der Kreuzzüge“. Auch dies soll wieder eine wissenschaftlich fundierte Ausstellung für eine breite Öffentlichkeit sein. Das Ziel laut  Siepen:  „Geschichte  spannend,

seriös und: realistisch vermitteln.
Am Ende soll wieder ein Szenarium zu sehen sein mit einem wirklichkeitsnahem Modell im Maßstab 1:25 und spannenden Szenen aus dem höfischen Leben. Ein wissenschaftlicher Beirat hat die Arbeit bereits aufgenommen.
Dringend gesucht werden noch Geldgeber für das ehrgeizige Projekt. Siepen: „Wir machen so viel Werbung für Aachen, das müsste doch auch ein Anreiz für die Stadt sein, uns zu unterstützen.“

 

Zum Thema:

Katalog zur Burgen-Ausstellung

Die Gesellschaft für Internationale Burgenkunde (GIB) hat ihren Sitz in Aachen, Grindelweg 4, Telefon 0241/60 45 oder 969 0998. Dort kann auch ein Ausstellungskatalog bestellt werden. Außerdem gibt es inzwischen einen Internet-Auftritt der GIB: www.castlescience.Org.

 

Das Meisterwerk der Aachener Burgenkundler samt der knapp 2600 Ritterfiguren und 52 Schautafeln ist wohlbehalten aus den USA zurück gekehrt. Heute reist der maßstabgetreue monumentale Nachbau der französischen Burg von Coucy weiter nach Thüringen.                                                                          Foto: Archiv